Rainfarn
- Botanischer Name
- Tanacetum vulgare
- Deutscher Name
- Rainfarn
- Familie
- Korbblütler (Asteraceae)
Was ist Rainfarn?
Rainfarn ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit aufrechten, im oberen Bereich verzweigten Stängeln. In Deutschland wächst sie unter anderem an Wegrändern, Böschungen, Ufern und auf Brachen. Für die Trockenfloristik werden vor allem die verzweigten Stiele mit ihren zahlreichen gelben Blütenköpfchen verwendet.
Die häufig als kleine Blütenknöpfe beschriebenen Gebilde sind keine Einzelblüten. Jedes Köpfchen setzt sich aus vielen dicht angeordneten gelben Röhrenblüten zusammen. Mehrere dieser Köpfchen stehen gemeinsam in einer flach bis leicht gewölbt erscheinenden Doldenrispe.
Aussehen und Besonderheiten
Die einzelnen Blütenköpfchen sind rundlich, leicht abgeflacht und ungefähr acht bis elf Millimeter breit. Da auffällige Zungenblüten normalerweise fehlen, besitzen sie nicht die typische Strahlenform einer Margerite. Ihre kompakte Oberfläche und der klar begrenzte Umriss erinnern stattdessen an kleine gelbe Knöpfe.
An einem verzweigten Stiel können zahlreiche Köpfchen dicht nebeneinanderstehen. Dadurch entsteht eine größere zusammenhängende Blütenfläche, deren einzelne Elemente dennoch deutlich erkennbar bleiben.
Die grünen Blätter sind tief fiederteilig und in schmale, gezähnte Abschnitte gegliedert. Ihre Form erklärt den Vergleich mit Farnblättern, obwohl Rainfarn botanisch nicht zu den Farnen gehört. In Trockenblumenkränzen werden häufig hauptsächlich die Blütenstände verarbeitet, während ein Teil der Blätter vor dem Trocknen entfernt wird.
Frischer Rainfarn besitzt kräftig goldgelbe Blüten. Während des Trocknens kann sich der Farbton zu einem gedeckteren Goldgelb, Ocker oder Senfgelb verändern. Mit zunehmendem Alter sind weiteres Verblassen und bräunliche Veränderungen möglich. Intensiv abweichende oder sehr gleichmäßige Farben können auf gefärbte Floristikware hinweisen.
Verwendung in Trockenblumenkränzen
Rainfarn bringt kompakte gelbe Farbpunkte und eine deutlich gegliederte Oberfläche in einen Trockenblumenkranz. Die verzweigten Blütenstände können sowohl als zusammenhängende Gruppe als auch in kleinere Abschnitte geteilt verarbeitet werden.
Mögliche Einsatzbereiche sind:
- als warmer Farbakzent in natürlichen und wiesenartigen Kränzen
- in kleinen Gruppen für wiederkehrende, knopfartige Formen
- als flächigerer Übergang zwischen lockeren Gräsern und größeren Blüten
- auf unterschiedlich langen Stielen für einen lebendigen äußeren Kranzrand
- als Kontrast zu weißen, cremefarbenen oder violetten Trockenmaterialien
Achillea ergänzt Rainfarn durch größere und geschlossenere Blütenflächen. Craspedia greift die gelbe Farbe auf, setzt mit ihren kugeligen Köpfen jedoch stärkere Einzelakzente. Lagurus, Phalaris, Weizen oder andere Gräser lockern die kompakteren Blütengruppen mit schmalen und länglichen Formen auf. Statice oder Gomphrena können einen violetten, rosafarbenen oder weißen Farbkontrast bilden.
Da das kräftige Gelb schnell bestimmend wirkt, reichen bei kleineren Kränzen häufig wenige gezielt platzierte Abschnitte aus.
Trocknung und Verarbeitung
Für die Trocknung können die Stiele geschnitten werden, sobald die mittleren Blütenköpfchen einer Gruppe vollständig geöffnet sind. Die übrigen Köpfchen können sich während des Trocknens noch weiterentwickeln.
Nach dem Entfernen unerwünschter Blätter werden die Stiele in kleinen, lockeren Bündeln kopfüber aufgehängt. Ein trockener, gut belüfteter und lichtarmer Ort begrenzt das Risiko von Schimmel und unnötig starken Farbveränderungen.
Beim Wickeln sollte Rainfarn am Stiel gehalten werden. Die trockenen Köpfchen erscheinen kompakt, können bei starkem Druck oder wiederholtem Reiben jedoch zerbröseln. Kleine Verzweigungen lassen sich einzeln einarbeiten oder mit Floristendraht zu kurzen Gruppen zusammenfassen.
Pflege und Haltbarkeit
Getrockneter Rainfarn sollte ausschließlich in trockenen Innenräumen verwendet und vor Wasser, hoher Luftfeuchtigkeit sowie dauerhafter direkter Sonne geschützt werden.
Staub lässt sich vorsichtig mit schwacher, kühler Föhnluft entfernen. Häufiges Berühren sollte vermieden werden. Farbveränderungen, kleine Bruchstellen und das Ablösen einzelner Blütenteile sind bei getrocknetem Naturmaterial möglich.