Sonnenhut
- Botanischer Name
- Rudbeckia hirta
- Deutscher Name
- Rauer Sonnenhut
- Familie
- Korbblütler (Asteraceae)
- Natürliche Verbreitung
- Zentrales und östliches Kanada bis in die USA
- Einordnung
- Zweijährige oder kurzlebig mehrjährige Pflanzenart und floristisch verwendeter Blüten- beziehungsweise Fruchtstand
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Was ist Rauer Sonnenhut?
Der Raue Sonnenhut ist eine aufrecht wachsende, verzweigte Pflanzenart aus der Gattung Rudbeckia. Er wird häufig einjährig kultiviert, ist botanisch jedoch meist zweijährig oder kurzlebig mehrjährig. Unter günstigen Bedingungen kann er bereits im ersten Jahr blühen.
Der deutsche Name Sonnenhut ist nicht eindeutig. Er wird sowohl für Arten der Gattung Rudbeckia als auch für den Purpursonnenhut und weitere Arten der Gattung Echinacea verwendet. Dieser Artikel behandelt ausschließlich Rudbeckia hirta. In der Trockenfloristik sind vor allem die dunklen, kegelförmigen Fruchtstände interessant, die nach dem Verblühen zurückbleiben.
Aussehen und Besonderheiten
Stängel und Blätter des Rauen Sonnenhuts sind mit kurzen, steifen Haaren besetzt und fühlen sich entsprechend rau an. Die grünen Blätter können länglich, lanzettlich oder eiförmig sein. Ihr Rand ist je nach Position an der Pflanze nahezu glatt oder deutlich gezähnt.
Was wie eine einzelne große Blüte aussieht, ist botanisch ein Blütenkorb. Außen sitzen meist gelbe bis orangefarbene Zungenblüten. Sie umgeben eine gewölbte bis eiförmige Mitte aus zahlreichen kleinen Röhrenblüten. Diese zentrale Scheibe ist gewöhnlich dunkelbraun bis purpurbraun. Zuchtformen können zusätzlich rostrote, mahagonifarbene oder mehrfarbige Zungenblüten sowie grünliche Blütenmitten besitzen.
Beim Verblühen welken die Zungenblüten und fallen schließlich ab. Zurück bleibt der feste, dicht aufgebaute Fruchtstand. Seine kompakte, leicht stachelige Oberfläche und die dunkelbraune bis fast schwarze Farbe machen ihn als Trockenmaterial deutlich strukturstärker als die frische Blüte.
Luftgetrocknete vollständige Blüten behalten ihre ursprüngliche Strahlenform und kräftige Farbe nicht immer. Die Zungenblüten können sich zusammenziehen, verdrehen, verblassen oder abfallen. Für dauerhaft trockene Gestaltungen werden deshalb häufig die ausgereiften Fruchtstände ohne Zungenblüten verwendet. Gebleichte, gefärbte oder anderweitig aufgehellte Sonnenhutköpfe sind behandelte Handelsware und besitzen diese Farben nicht von Natur aus.
Verwendung in Trockenblumenkränzen
Die getrockneten Fruchtstände des Rauen Sonnenhuts bringen kompakte, deutlich begrenzte Formen in den Kranz. Durch ihre dunkle Farbe und raue Oberfläche bilden sie einen kräftigen Gegensatz zu hellen Blüten, weichen Gräsern und glatten Blättern.
Mögliche Einsatzbereiche sind:
- als einzelne dunkle Ankerpunkte in locker gebundenen Kränzen
- in kleinen Gruppen für eine wiederkehrende, kegelförmige Struktur
- als Kontrast zu hellen oder gebleichten Pflanzenmaterialien
- für spätsommerliche und herbstliche Gestaltungen in Braun-, Beige- und Ockertönen
- mit längerem Stiel für eine leicht über die Kranzkontur hinausragende Form
Schafgarbe ergänzt die kompakten Köpfe durch flächige, fein gegliederte Blütenstände. Disteln greifen ihre raue und feste Struktur auf, unterscheiden sich jedoch durch stärker ausgeprägte Spitzen. Phalaris, Miscanthus und andere Gräser bringen längere Linien und Bewegung hinzu. Eukalyptus oder Ruscus schaffen daneben ruhigere Blattflächen. Einzelne erhaltene gelbe oder orangefarbene Zungenblüten können außerdem einen deutlichen Farbkontrast bilden, sind jedoch empfindlicher als die reifen Fruchtstände.
Trocknung und Verarbeitung
Für robuste Trockenarrangements können die Fruchtstände möglichst lange an der Pflanze ausreifen. Geeignet sind feste Köpfe, deren Zungenblüten bereits vertrocknet oder abgefallen sind und die keine sichtbare Feuchtigkeit mehr enthalten.
Die geschnittenen Stiele werden locker und mit guter Luftzirkulation an einem trockenen, lichtgeschützten Ort weitergetrocknet. Blätter können vorher entfernt werden, da sie beim Trocknen häufig spröde werden und sich unregelmäßig zusammenziehen.
Beim Wickeln sollte der Stiel unmittelbar unterhalb des Kopfes gestützt werden. Sehr trockene Stängel können bei engem Biegen brechen. Auch einzelne Samen oder kleine Teile des Fruchtstandes können sich während der Verarbeitung lösen.
Pflege und Haltbarkeit
Getrockneter Sonnenhut sollte ausschließlich in trockenen Innenräumen verwendet und vor Wasser, hoher Luftfeuchtigkeit sowie dauerhafter direkter Sonne geschützt werden.
Staub lässt sich vorsichtig mit einem weichen Pinsel oder schwacher, kühler Föhnluft entfernen. Mit der Zeit können die Fruchtstände heller oder spröder werden und einzelne Samen verlieren. Ein Fixieren mit Haarspray ist nicht erforderlich und kann Rückstände, Verfärbungen oder eine klebrige Oberfläche verursachen.