Islandmoos
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Bezeichnung: Islandmoos, im Floristikhandel auch Rentiermoos oder Rentierflechte
Botanische Zuordnung: Nicht eindeutig; meist Rentierflechten der Gattung Cladonia, häufig Cladonia stellaris, teilweise auch Cladonia rangiferina
Familie: Meist Cladoniaceae
Natürliche Verbreitung: Je nach Art unterschiedlich; Rentierflechten sind besonders in borealen, arktischen und montanen Gebieten verbreitet
Einordnung: Floristik- und Handelsname für konservierte und häufig gefärbte Flechten
Was ist Islandmoos?
Das in der Floristik als Islandmoos angebotene Material ist kein echtes Moos, sondern eine Flechte. Flechten entstehen durch eine enge Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz und einem oder mehreren fotosynthetisch aktiven Partnern, beispielsweise Grünalgen.
Der Handelsname ist botanisch nicht eindeutig. Das buschig verzweigte Dekorationsmaterial stammt meist von Rentierflechten der Gattung Cladonia. Besonders häufig wird im Handel Cladonia stellaris genannt, daneben findet sich die Bezeichnung Cladonia rangiferina. Ohne verlässliche Lieferantenangabe lässt sich die genaue Art behandelter Ware nicht sicher bestimmen.
Nicht verwechselt werden sollte das Material mit dem botanisch als Isländisch Moos bezeichneten Cetraria islandica. Diese Flechtenart besitzt flachere, blattähnliche Lappen und entspricht nicht dem typischen dicht verzweigten Floristikmaterial.
Aussehen und Besonderheiten
Islandmoos besteht aus zahlreichen feinen, wiederholt verzweigten Strukturen. Sie bilden kleine Büschel, Polster oder rundliche Köpfe und erinnern in ihrer Form teilweise an Korallen. Das Material besitzt weder Stiele noch Blätter oder Blüten. Floristisch verwendet wird der gesamte Flechtenkörper, der sogenannte Thallus.
Das Erscheinungsbild hängt von der enthaltenen Art ab. Cladonia rangiferina bildet reich verzweigte, häufig leicht zurückgebogene Äste in Weißgrau, Aschgrau oder bräunlichen Tönen. Cladonia stellaris entwickelt besonders dichte, rundliche und stärker geschlossene Köpfe mit einer teilweise gelblich grauen Naturfarbe.
Floristikware wird gewöhnlich gereinigt, konserviert und häufig zusätzlich gefärbt. Neben Weiß, Creme, Grau und verschiedenen Grüntönen sind deshalb auch Rosa, Rot, Orange, Blau oder Violett erhältlich. Sehr gleichmäßige und kräftige Farben sind das Ergebnis dieser Behandlung und kommen so nicht natürlicherweise vor.
Die Konservierung kann dafür sorgen, dass sich die Flechte weicher und leicht federnd anfühlt als vollständig getrocknetes Naturmaterial. Haptik und Biegsamkeit können jedoch je nach Behandlungsverfahren und Raumklima unterschiedlich ausfallen.
Verwendung in Trockenblumenkränzen
Islandmoos erzeugt im Kranz eine dichte, unregelmäßig strukturierte Fläche. Es lässt sich in kleinen Portionen verwenden oder zu größeren, zusammenhängenden Polstern anordnen.
Mögliche Einsatzbereiche sind:
- zum Ausfüllen sichtbarer Zwischenräume
- als weiche Unterlage zwischen größeren Blüten und Samenkapseln
- für kleine, polsterartige Gruppen entlang der Kranzform
- zur Abdeckung von Unterlagen oder Befestigungsstellen
- als gezielter Farbakzent mit gefärbter Ware
Farn, Heidelbeergrün oder Eukalyptus ergänzen das feinteilige Material mit deutlich erkennbaren Blattformen. Neben Zapfen, Baumrinde oder kräftigen Zweigen entsteht ein Kontrast zwischen verzweigter Flechtenstruktur und festen Naturmaterialien. Glatte Blütenköpfe wie Craspedia oder Gomphrena heben sich klar von der unregelmäßigen Oberfläche ab.
Islandmoos kann außerdem ruhige Verbindungen zwischen kompakten Blüten und locker auslaufenden Gräsern schaffen. Aufgrund seines Volumens sollte es portionsweise eingesetzt werden, damit kleinere Materialien sichtbar bleiben.
Verarbeitung und Pflege
Konserviertes Islandmoos wird in kleinen Büscheln verarbeitet. Die feinen Verzweigungen können bei starkem Ziehen, Drücken oder Knicken brechen. Je nach Kranzunterlage lässt sich das Material vorsichtig einstecken, anbinden oder befestigen.
Das Material darf nicht gegossen oder mit Wasser besprüht werden. Feuchtigkeit kann die Behandlung und bei gefärbter Ware möglicherweise auch die Farboberfläche beeinträchtigen. In sehr trockener Raumluft kann sich die Flechte zeitweise fester oder spröder anfühlen.
Islandmoos sollte ausschließlich in trockenen Innenräumen verwendet und vor dauerhafter direkter Sonne sowie starken Wärmequellen geschützt werden. Farben und Biegsamkeit können sich mit der Zeit verändern. Staub lässt sich vorsichtig mit schwacher, kühler Föhnluft entfernen.