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Blumen-Lexikon

Silbertaler

Botanischer Name
Lunaria annua
Deutsche Namen
Silbertaler, Einjähriges Silberblatt, Mondviole, Judaspfennig
Familie
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Natürliche Verbreitung
Südliches Mitteleuropa und Südeuropa
Einordnung
Zweijährige Pflanzenart und floristisch verwendeter Fruchtstand

Was ist der Silbertaler?

Als Silbertaler werden meist die getrockneten Fruchtstände von Lunaria annua bezeichnet. Die Pflanze bildet im Frühjahr bis Frühsommer violette, rosaviolette oder weiße Blüten. Für die Trockenfloristik sind jedoch vor allem die später entstehenden flachen, münzenähnlichen Früchte interessant.

Obwohl der deutsche Name „Einjähriges Silberblatt“ etwas anderes vermuten lässt, wächst die Art meist zweijährig: Im ersten Jahr entwickelt sie hauptsächlich Blätter, im zweiten Jahr folgen Blüten und Früchte. Der Name Silberblatt kann außerdem für weitere Arten der Gattung Lunaria verwendet werden. Dieser Artikel behandelt ausdrücklich Lunaria annua.

Aussehen und Besonderheiten

Die Pflanze besitzt breite, herzförmige bis eiförmige Blätter mit deutlich gezähntem Rand. Ihre Blüten stehen in lockeren, verzweigten Trauben und bestehen – typisch für Kreuzblütler – aus vier Blütenblättern.

Nach der Blüte entstehen flache, rundliche bis breit elliptische Früchte. Umgangssprachlich werden sie häufig als Schoten bezeichnet. Aufgrund ihrer nahezu runden Form handelt es sich botanisch genauer um Schötchen.

Jede Frucht besteht aus zwei äußeren Fruchtklappen und einer dazwischenliegenden Scheidewand. An dieser sitzen zunächst die flachen Samen. Mit zunehmender Reife trocknen die Fruchtklappen ein und lösen sich schließlich zusammen mit den Samen. Zurück bleibt die papierdünne, leicht durchscheinende Scheidewand.

Diese Scheidewand bildet den bekannten Silbertaler. Ihre natürliche Farbe reicht von Perlmuttweiß und Silberweiß bis zu Creme und hellem Beige. Abhängig von Lichteinfall und Hintergrund erscheint sie matt, leicht glänzend oder nahezu transparent. Die häufig verwendete Bezeichnung „Samenhülle“ oder „Kern der Schote“ ist botanisch nicht korrekt.

Werden die äußeren Fruchtklappen nicht entfernt, zeigen die getrockneten Früchte eher matte Beige-, Hellbraun- oder Graubrauntöne. Im Floristikhandel können außerdem gebleichte oder gefärbte Varianten vorkommen. Ihre gleichmäßige oder kräftige Farbe entsteht durch eine nachträgliche Behandlung.

Verwendung in Trockenblumenkränzen

Silbertaler bringen breite, flache Formen in einen Kranz. Damit unterscheiden sie sich deutlich von körnigen Blütenständen, weichen Gräsern und schmalen Ähren. Die durchscheinenden Scheidewände lassen den Hintergrund stellenweise erkennen und wirken deshalb trotz ihrer Größe nicht vollständig geschlossen.

Mögliche Einsatzbereiche sind:

  • als einzelne helle Akzente zwischen dunkleren Pflanzenmaterialien
  • in kleinen Gruppen für wiederkehrende runde Formen
  • entlang der Kranzkontur für eine locker auslaufende Gestaltung
  • als flächiger Kontrast zu feinen Gräsern und kleinen Blüten
  • mit vollständigen, ungeöffneten Früchten für naturfarbene Gestaltungen

Eukalyptus oder Ruscus ergänzen die Silbertaler durch ruhigere grüne Blattflächen. Craspedia und Gomphrena greifen ihre rundliche Form in deutlich kleineren und kompakteren Elementen auf. Amaranthus bildet mit seinen längeren oder hängenden Blütenständen einen Kontrast zu den flachen Scheidewänden. Schafgarbe, Frauenmantel und verschiedene Gräser eignen sich für locker aufgebaute, wiesenartige Kränze.

Trocknung und Verarbeitung

Die Fruchtstiele können geschnitten werden, sobald die grüne Farbe der Schötchen weitgehend verschwunden ist. Anschließend werden sie einzeln oder in kleinen Bündeln kopfüber an einem trockenen und gut belüfteten Ort aufgehängt.

Nach dem vollständigen Trocknen lassen sich die beiden äußeren Fruchtklappen und die Samen vorsichtig von der mittleren Scheidewand lösen. Starkes Reiben ist dabei nicht erforderlich und kann die dünnen Silbertaler beschädigen. Alternativ können die geschlossenen Früchte am Stiel verbleiben, wenn ihre beige bis braune Oberfläche gestalterisch gewünscht ist.

Beim Wickeln sollte das Material am kräftigeren Stiel gehalten werden. Die Scheidewände knicken leicht und können bei Druck oder wiederholtem Nachjustieren einreißen.

Pflege und Haltbarkeit

Getrocknete Silbertaler sollten ausschließlich in trockenen Innenräumen verwendet und vor Wasser, hoher Luftfeuchtigkeit sowie dauerhafter direkter Sonne geschützt werden.

Staub lässt sich vorsichtig mit einem weichen Pinsel oder schwacher, kühler Föhnluft entfernen. Die dünnen Scheidewände sollten möglichst wenig berührt werden. Mit der Zeit können sie matter werden, vergilben, einreißen oder sich vom Stiel lösen.

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